20 Jahre Partnerschaft: Wie BrandPartner und Wander Ovomaltine in die Zukunft führen
20 Jahre BrandPartner, 20 Jahre Arbeit an Ovomaltine: Die Agentur für Brand- und Packaging-Design aus Basel feiert ein doppeltes Jubiläum. Kerstin Gimenez, Inhaberin von BrandPartner, und Christof Stulz, Marketing-Manager von Ovomaltine, geben Einblicke in eine Partnerschaft, die von Vertrauen, Kontinuität und gemeinsamer Weiterentwicklung geprägt ist.
Frau Gimenez, wie kam BrandPartner zu Ovomaltine?
Kerstin Gimenez: Die Wurzeln dieser Partnerschaft reichen tief in meine Zeit vor
der Gründung von BrandPartner zurück. 1990 kam ich in die Schweiz zur Agentur Schmidlin
& Partner, die damals bereits für die Wander AG tätig war. Über viele Jahre betreuten
wir dort verschiedene Marken von Wander. Als wir 2006 die BrandPartner AG gründeten,
konnten wir Ovomaltine und Caotina direkt in unser Markenportfolio aufnehmen. Die
langjährige Zusammenarbeit hat ein tiefes gegenseitiges Verständnis geschaffen.
Natürlich gibt es nach so einer langen Zeit kritische Stimmen, die bezweifeln, dass eine
Agentur so viele Jahre lang "frisch" und "unverbraucht" bleiben kann, aber ich denke,
wir haben bewiesen, dass es geht! Entscheidend ist, nie in Bequemlichkeit zu verfallen.
Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Beziehung über 20 Jahre?
Christof Stulz: Das Fundament unserer Zusammenarbeit ist eine offene und
transparente Kommunikation. Über all die Jahre hat sich ein gegenseitiges Vertrauen
entwickelt, das es erlaubt, auch kritische Themen unverblümt anzusprechen. Hinzu kommen
ein ausserordentlich grosser Einsatz auf beiden Seiten sowie eine starke Identifikation
mit der Marke. Besonders wertvoll ist das gegenseitige "Challengen": BrandPartner
hinterfragt unsere Annahmen so schonungslos, wie wir ihre Vorschläge beurteilen und
bewerten – immer mit dem gemeinsamen Ziel, das bestmögliche Ergebnis für die Marke zu
erreichen.
Kerstin Gimenez: Das sehe ich genauso. Für uns steht das Marken- und Kundenverständnis im Zentrum – und dieses wächst durch den regelmässigen, partnerschaftlichen Austausch. Ein Team wird dann besonders stark, wenn sich jedes Mitglied seiner Rolle, seiner Verantwortung und seiner individuellen Stärken bewusst ist. Ein wesentlicher, oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist dabei die echte Freude an der Zusammenarbeit: Wir arbeiten nicht nur für Ovomaltine und Caotina, wir arbeiten mit diesen Marken. Sie begleiten uns seit vielen Jahren – und sind uns längst ans Herz gewachsen.
Herr Stulz, wie würden Sie die kreative Handschrift von BrandPartner beschreiben?
Christof Stulz: Ich sehe die BrandPartner-Signature in einer exzellenten
Kombination aus strategischem Denken, kreativem Weitblick und handwerklichem Können. Die
Ideen und Lösungen der Agentur entstehen nie abgekoppelt von der Markenstrategie,
sondern bauen immer konsequent darauf auf. Gleichzeitig schafft es BrandPartner immer
wieder, uns mit mutigen, zeitgemässen Akzenten zu verblüffen und sie mit höchster
gestalterischer Präzision umzusetzen.
Wie entwickelt man ein ikonisches Design wie das von Ovomaltine weiter? Was sind dabei
die Risiken?
Christof Stulz: Der Schlüssel liegt ganz klar in "Evolution statt Revolution".
Als Marketer verspürt man oft den Impuls, Dinge radikal zu verändern. Bei einer
ikonischen Marke wie Ovomaltine ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt. Die Kunst
besteht darin, das Design kontinuierlich weiterzuentwickeln, zu modernisieren und zu
schärfen, ohne dass Konsumierende das Gefühl haben, etwas Vertrautes gehe verloren.
Idealerweise nehmen sie die Veränderung gar nicht bewusst wahr – spüren aber, dass die
Marke relevant und zeitgemäss bleibt.
Kerstin Gimenez: Genau dies ist für Designerinnen und Designer eine der anspruchsvollsten Aufgaben überhaupt: Es ist ja viel einfacher, ein komplett neues Design aus der Taufe zu heben oder einer Marke ein "grosses Update" zu verpassen. Dagegen ist die kontinuierliche Feinarbeit an einer über 100-jährigen Markenikone viel herausfordernder. Man muss dabei ständig zurückblicken und vorwärtsdenken, mit gleichzeitigem Verständnis dafür, wo die Marke herkommt, was sie authentisch macht und wohin sie sich entwickeln soll. Es gilt, die Marke zeitgemäss weiterzuführen, ohne jedem Trend hinterherzulaufen – mit Geduld, einer demütigen Haltung und gestalterischer Ausdauer.
Herr Stulz, gab es in diesen 20 Jahren ein Projekt oder einen Moment, in dem Brand-
Partner Sie besonders überzeugt hat?
Christof Stulz: Ja, viele! Besonders hervorheben möchte ich den umfassenden
Packaging- Relaunch der gesamten Range im Jahr 2023. Dieses Projekt war nicht nur vom
Umfang her sehr anspruchsvoll, sondern auch inhaltlich mutig: Erstmals haben wir das
prägnante Ovomaltine-Orange im Hintergrund neu interpretiert und gleichzeitig die
Swissness der Marke noch stärker herausgearbeitet. BrandPartner hat hier strategische
Klarheit, kreative Sensibilität und operative Exzellenz eindrucksvoll vereint.
Frau Gimenez, welche Projekte oder Momente waren für Sie als Agentur besonders
spannend?
Kerstin Gimenez: Der Spannungspegel steigt jedes Mal, wenn Ovomaltine eine neue
Kategorie erobert. Für uns bedeutet das, uns tief in das neue Umfeld hineinzudenken –
und gleichzeitig die Authentizität und Vertrautheit von «Ovo» zu bewahren. Genau dieser
Moment, in dem der Konsument überrascht und verführt werden will und sich trotzdem
sofort zu Hause fühlen soll, macht Projekte wie Ovo Rocks oder Ovo Time so spannend und
anspruchsvoll. Aber auch Themen wie Limited Editions oder Merchandising – etwa der
Aare-Bag oder die Sommerliege – bereiten uns pure Freude. Die Ovomaltine-Identität in
neue Lebenswelten zu bringen, ist für uns eine Aufgabe, die immer wieder fordert und
begeistert.
Wie wichtig ist Co-Creation – also gemeinsames Denken und Entwickeln – in Ihrer
Zusammenarbeit?
Christof Stulz: Co-Creation ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Wir führen die Marke
sehr eng und verfügen intern über viel Erfahrung und Know-how. Umso wichtiger ist es,
mit einer Agentur auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, die unser Wissen ergänzt,
weiterdenkt und hinterfragt. Der kontinuierliche Austausch, das gemeinsame Entwickeln
von Ideen und das gegenseitige Zuspielen der Bälle führen zu deutlich besseren
Ergebnissen als das klassische Auftraggeber-Agentur-Modell.
Zum Abschluss eine persönliche Frage an Sie beide: Wenn Sie die 20 Jahre
Zusammenarbeit ganz kurz zusammenfassen müssten – wie wäre das?
Christof Stulz: Partnerschaft.
Kerstin Gimenez: Je länger, desto besser.